Ein Blick in die Sportwagen-Zukunft: Roland Gumpert Nathalie „First Edition“ 2020

Ja, das Auto ist unfassbar teuer. Und ja, die meisten von uns haben keinen Bock auf Elektroautos. Aber im Falle des neuesten Sportwagens von Roland Gumpert mit dem bezaubernden Namen „Nathalie“ lohnt sich ein genauer Blick. Denn die Nathalie macht vieles anders als herkömmliche E-Autos. Und Roland Gumpert-typisch ist die Nathalie selbstverständlich auch bereit für die Rennstrecke.

Sind Nachhaltigkeit und Track Performance doch vereinbar?

Die Roland Gumpert Nathalie feierte jetzt ihren Produktionsstart. Und natürlich: Das Fahrzeug wird auf abseh- und unabsehbare Zeit keine Zulassungsrekorde einfahren. Was auch daran liegen mag, dass maximal 500 Fahrzeuge für den weltweiten Markt gebaut werden. Doch weil das Team um CEO, Ingenieur und Chefentwickler Roland Gumpert einen etwas anderen Ansatz wählte, ist das Konzept zumindest als Machbarkeitsstudie nicht uninteressant.

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Denn die Roland Gumpert Nathalie verfügt über eine 15-kW-Methanol-Brennstoffzelle, die permanent aus Methanol Wasserstoff gewinnt und damit Elektrizität für die vier Elektromotoren erzeugt, die jeweils ein Rad antreiben. Um die ungefederten Massen niedrig zu halten, entschied man sich bei Gumpert bewusst gegen Radnabenmotoren. Allradantrieb und Torque Vectoring gibt´s natürlich trotzdem.

Methanol-befeuerte Brennstoffzelle

Die Brennstoffzelle wird also mit Methanol befeuert und kann in nur drei Minuten betankt werden. Ein weiterer Vorteil gegenüber batterieelektrischen Autos. Denn Methanol könnte ohne Probleme über die bestehende Tankstellen-Infrastruktur bezogen werden. Das betont auch Roland Gumpert himself: „Es war meine Vorstellung eines Elektroautos, das nicht stehen bleibt, wenn die Batterie leer ist, die uns auf diesen Weg gebracht hat. Jetzt präsentieren wir (…) das weltweit erste Serienfahrzeug mit Methanol-Brennstoffzelle, das unabhängig von Ladesäulen oder speziellen Wasserstofftankstellen ist“.

Die Energiekapazität des Gesamtsystems bestehend aus Methanol Power Cell mit 65-Liter-Tank und Pufferbatterie beträgt 190 kWh. Nach Informationen von auto-motor-und-sport soll allein die Batterie 450 Kilogramm wiegen. Das treibt das Gewicht der Nathalie natürlich in die Höhe. Den Hüftspeck sieht man ihr zwar kaum an, doch laut Gumpert kommen trotzdem insgesamt 1.800 Kilogramm zusammen.

Dennoch sind die Fahrleistungen nicht von schlechten Eltern. Dank 400 kW (544 PS) Gesamtleistung spurtet das Michelin-bereifte Sportcoupé in nur 2,5 Sekunden von null auf hundert Sachen. Die Höchstgeschwindigkeit soll dank zweier synchronisierter 2-Gang-Getriebe bei 300 km/h liegen.

Sportwagen mit Bio-Label?

Fortschrittlich ist auch der Einsatz von biologischen Leichtbaumaterialien wie Flachs. Bei der „First Edition“ kommen bis zu 50% dieses Materials zum Einsatz. Bevor nun jemand fragt, ob der Sportwagen auch ein „Bio“-Label trägt: Schaut euch die weiteren Zutaten an, die zeigen, dass es hier nicht nur um Nachhaltigkeit geht. Den Mannen (und Frauen) um Roland Gumpert war auch bei der Nathalie eine hohe Rennstrecken-Tauglichkeit wichtig. So sorgt das Chassis bestehend aus Chrom-Molybdän-Stahlgitterrohren für rennstreckentaugliche Sicherheit. Der Überrollkäfig ist fest integriert und soll FIA-Anforderungen genügen. Die Hülle aus Carbon sorgt mit ihrer Leichtigkeit für noch mehr Track Performance. Und einen Heckflügel hat das Teil auch!

Ach ja, der Preis. Der liegt bei rund 484.000 Euro. Die Zukunft hat ihren Preis.

Bilder: Roland Gumpert

Technische Daten Roland Gumpert Nathalie „First Edition“