Formel-1-Tracktool „TDF-1“: Der F1-Rennwagen für Trackday-Fahrer

Ihr habt auf den Rennstrecken der Welt alles erreicht. Ihr seid schon überall gefahren, Autos wie ein Porsche 911 GT2 RS langweilen euch und Gran Turismo habt ihr auch durchgespielt? Dann gibt es jetzt nur noch eine Challenge für euch: Den „TDF-1“ von Tour de Force Engineering – ein (beinahe) waschechtes Formel-1-Auto.

Bild: Tour de Force Engineering

2018 startete das Unternehmen aus der englischen Grafschaft Bedfordshire ein durchaus ungewöhnliches Projekt. Die Briten wollten es solventen Privatleuten nicht nur möglich machen, einen Formel-1-Rennwagen zu besitzen, sondern diesen auch regelmäßig in artgerechter Umgebung einzusetzen.

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Da kam es dem Unternehmen zugute, dass es über die notenwendige Kompetenz und Erfahrung für so ein ambitioniertes Projekt verfügte: Tour de Force, oder kurz „TDF“, ist ein Engineering-Unternehmen, das sich auf Motorsport-Projekte und Hypercar-Applikationen spezialisiert hat. Die Mitarbeiter haben laut Unternehmensangaben „jahrzehntelange Erfahrung“ in der BTCC, WTCC, FIA GT, mit LMP-Prototypen sowie passenderweise in der Formel 3 und der Formel 1.

Chassis von Sauber und Marussia

TDF brauchte zwei Jahre, um das „TDF-1“-Programm zu realisieren. Das Programm ermöglicht es den TDF-Kunden ein modernes Formel-1-Auto zu besitzen und bietet ihnen die notwendige technische Basis, die nötig ist, um einen F1 einsetzen zu können. Für den TDF-1 kommen Chassis und Teile von Marussia (MVR02, 2011) und Sauber (C32, 2012) zum Einsatz. Beim Antriebsstrang setzt TDF auf eigene Lösungen: Motor und Getriebe werden wie bei einem echten F1-Auto als integrale Bestandteile des Chassis miteinander verbunden. Der Motor ist ein turboaufgeladener 1,7-Liter-Reihenvierzylinder, der bei 9.000 Umdrehungen pro Minute 600 PS leistet. Für den Sprint von null auf hundert km/h soll der TDF-1 unter zwei Sekunden benötigen. Die Höchstgeschwindigkeit: Rund 320 km/h.

Bild: Tour de Force Engineering

An den Motor gekoppelt ist ein halbautomatisches, sequentielles Sechsgang-Getriebe mit einem Rückwärtsgang und einer elektronisch gesteuerten Kupplung. Das Gehäuse des Getriebes besteht aus Magnesium und Kohlefaser – laut Tour De Force das erste seiner Art, das an Privatfahrer verkauft wird.

Der Vierzylinder dreht zwar bei weitem nicht so hoch wie die bekannten 2,4-Liter-V8-Motoren. Dafür ist er deutlich einfacher zu bedienen und braucht keine besondere Spezialbehandlung: Statt den Motor vor dem Einsatz vorzuwärmen und nach jedem Rennen komplett zu revidieren, startet (und läuft) der Motor auch kalt auf Knopfdruck. Darüber hinaus muss er „nur“ alle 3.000 Kilometer gewartet werden. TDF betont, dass TDF-1-Fahrer nicht einmal eine Crew benötigen, um den Renner auf der Rennstrecke einzusetzen, stellt bei Bedarf aber einen Mechaniker.

Ansonsten gleicht der TDF-1 echten Formel-1-Autos. So vertraut er beim Fahrwerk etwa auf die gleiche Art der Doppelquerlenkeraufhängung vorne und hinten. Die Stoßdämpfer liefert Öhlins, die Bremssättel kommen von Brembo. Auch ein voll funktionsfähiges DRS-System ist mit an Bord.

Bild: Tour de Force Engineering

Jedes Auto, das im Rahmen des TDF-1-Programms produziert wird, wird in Großbritannien von ehemaligen F1-Ingenieuren und Mechanikern gebaut, die zuvor für Teams wie Williams, Mercedes, Marussia und Renault gearbeitet haben. Darüber hinaus werden 90% der für das Programm entwickelten Komponenten, einschließlich des Motors und des Getriebes, in Großbritannien entwickelt und gebaut, wobei der Großteil im Hause von TDF produziert wird.

Zu Preisen ist bislang nichts bekannt. Wir legen uns aber mal weit aus dem Fenster und nennen eine fachkundige Hausnummer: Günstig wird der TDF-1 nicht.

TDF-1- Videos

TDF-1 Technische Daten

Chassis: 2011 Marussia MVR02 or 2012 Sauber C31 – Carbon Fibre monocoque and nose box.

Suspension: Double carbon fibre/carbon shrouded wishbone suspension front and rear. Titanium flexures/spherical links. Ohlins dampers, torsion bar front spring, coil rear spring.

Engine: TDFM600T 1730CC Turbo Charged, limited to 9000RPM. Producing circa 600bhp. Installed as a stressed member.

Transmission: Six speed semi- automatic gearbox with reverse gear, hybrid magnesium and carbon fibre construction, electronically controlled, installed as a stressed member.

Electronics: Cosworth/Pi/Pectel/ GEMS/TDF Electronics package including onboard data logging system.

Brakes: AP Racing 4 piston calipers.

Brake Discs/Pads: Hitco Carbon/ Carbon.

Clutch: AP Racing multi-plate with fly by wire clutch control from steering wheel paddles.

Steering Wheel: TDF constructed bespoke wheel with OLED display, driver controls, gearshift and clutch paddles.

Seat/Belts: Anatomically formed composite with six point HANS compatible harness.

Fuel System: 130L FIA FT3 homologated fuel cell with triple lift pumps and pressurised collector.

Fuel Type: Sunoco 260GT Plus

Tyres: Pirelli P Zero

Wheels: O.Z. Racing

Aerodynamics: As per relevant season with DRS system.