Vorstellung: Der neue Techart-Porsche GTstreet RS

Techart präsentiert auf dem Genfer Autosalon 2019 einen neuen Über-Porsche: den GTstreet RS auf Basis des 991 Turbo S. Der Anspruch der Leonberger ist klar: Der GTstreet RS soll nicht weniger als sämtliche Serien-Porsche überflügeln – in Sachen Motorleistung, Ausstattung und zwangsläufig auch beim Preis.

So toppt der neue Techart-Porsche die 700 PS des aktuellen Porsche 911 GT2 RS und die 580 Pferdestärken des Basis-Modells ziemlich klar. 770 PS und ein maximales Drehmoment von satten 920 Nm geben die Leonberger als technische Daten an.

Höllenmaschine mit 770 PS und 920 Nm Drehmoment

Zur Vorstellung in Genf werden die Fahrleistungen vorläufig mit 2,5 Sekunden für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h angegeben (0-200 km/h: 8,1 s). Die Höchstgeschwindigkeit wird bei mehr als 340 km/h liegen. Verantwortlich für diese Fahrleistungen zeichnet vor allem das GTstreet RS Powerkit, das unter anderem neue Turbolader mit variabler Turbinengeometrie umfasst.


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Dass im Heck eine wahre Höllenmaschine arbeitet, wird bereits beim ersten Betrachten des Super-Sportwagens klar. In „Forged Design Carbon“ gefertigte Leichtbau-Karosserieteile sollen den GTstreet RS jedoch nicht nur optisch in Szene setzen. Sie sollen gleichzeitig die Abtriebswerte und die aerodynamische Charakteristik deutlich verbessern. „Die optimierte Aerodynamik ist ein wichtiger Bestandteil der Performance des GTstreet RS. Sie ermöglicht überwältigende Querbeschleunigung und gibt dem Fahrer hohe Sicherheit in allen Geschwindigkeitsbereichen“, ist man bei Techart überzeugt.

Die Frontschürze mit Carbon-Frontspoiler und aktiver Frontspoilerlippe optimiert die Anströmung von Wasser- und Ölkühler durch zusätzliche Lufteinlässe und einen mittigen Luftauslass. Die integrierten Bugleuchten werden von Sichtcarbon-Airframes umrahmt. Seitlich positioniere Flaps sorgen für zusätzlichen Anpressdruck und sollen sich gleichzeitig positiv auf den cw-Wert auswirken.

Komplexes Aerodynamik-Konzept

Die dynamisch konturierte Leichtbau-Fronthaube ist bei jedem GTstreet RS ein Unikat mit einlackierter laufender Editionsnummer. In der Haube integriert: NACA-Lufteinlässe, über die der Bremsanlage zusätzlich Kühlluft zugeführt wird, ohne dabei den Luftwiderstandsbeiwert negativ zu beeinflussen.

Leichtbau-Kotflügel aus Carbon beherbergen Radhausentlüftungen mit integrierten Carbon-Lamellen. Sie führen die durch Bremskräfte entstehende Wärme ab und reduzieren den Auftrieb im Radhaus. Die Carbon-Seitenschweller setzen die Linie des GTstreet RS seitlich fort, und verbinden die Radlaufverbreiterungen an Vorder- und Hinterachse miteinander. Für maximale Ladeluftkühlung sind an den Fondseitenteilen des Techart GTstreet RS Lufteinlässe montiert.

Eine Ansauglufthutze auf dem Heckdeckel sowie größere Luftauslassschächte an der Heckschürze dienen sowohl der besseren Luftversorgung des Motors als auch einer wirksameren Luftdurchströmung der Ladeluftkühler. Der riesige, aktive Heckspoiler und die zusätzlichen Winglets am Grundkörper sorgen für mehr Druck auf der Hinterachse. In der Performance-Einstellung fährt der Heckspoiler aus und wird um 15 Grad angestellt. Der Heckdiffusor am Heck rundet das dann doch recht komplexe Aerodynamik-Konzept des GTstreet RS ab.

Dieser Heckdiffusor in Sichtcarbon umschließt ein weiteres Highlight: die Techart GTstreet RS Abgasanlage. Vier zentral angeordnete Titanendrohre entlassen die Abgase unter, laut Techart-Angaben „kraftvollem“ Klang ins Freie. Bei der Steuerung der Abgasklappen der vierflutigen GTstreet RS Abgasanlage setzt Techart eine stufenlose pneumatische Klappenverstellung ein. Das soll den Abgasgegendruck in Abhängigkeit verschiedener Lastzustände optimieren und gleichzeitig unerwünschte hörbare Frequenzen vermeiden.

Um Gewicht einzusparen, bestehen Heck- und hintere Seitenscheiben aus hochstabilem Dünnschicht-Glas, das aus dem Mobiltelefon- und Tabletbereich unter dem Namen „Corning Gorilla Glass“ bekannt ist, wie man bei Techart betont.

Zum Fahrwerk machen die Porsche-Spezialisten allerdings kaum Angaben und verweisen auf verschiedene individuelle Möglichkeiten: „Beim Fahrwerk bietet Techart mehrere Optionen, bis hin zum Gewindefahrwerk mit PDCC-Anbindung oder dem nachrüstbarem Techart Noselift-System. Dieses verschafft dem GTstreet RS auf Knopfdruck zusätzlich 60 mm Bodenfreiheit an der Vorderachse – so lassen sich auch Garageneinfahrten, Bodenwellen oder Bordsteine problemlos überqueren.“

Den Kontakt zur Straße stellt der GTstreet RS über Reifen in den Dimensionen 265/35 ZR 20 vorne und 325/30 ZR 20 hinten her. Die geschmiedeten 20-Zoll Zentralverschlussräder Techart Formula IV Race stattet Techart mit straßenzugelassenen Sportreifen aus, den offiziellen Pressebildern nach zu urteilen Michelin Pilot Sport Cup 2. In Genf gibt Techart außerdem einen Ausblick auf ein neues Designmerkmal. Aero-Ringe aus Forged Design Sichtcarbon sollen Luftverwirbelungen an den Rädern verhindern und die Bremsanlage vor Steinschlägen schützen.

Und was geht im Cockpit? Mit Alcantara, Leder und als neues Material echte Schurwolle prägen im wesentlichen drei Materialien den Innenraum des GTstreet RS. Die Performanceorientierung des Clubsport Interieurs ist überall zu spüren: Techart Sportlenkrad mit 12-Uhr-Markierung, Sportschalensitze, 6-Punkt-Gurte, Überrollbügel und farblichindividuell abgestimmte Türöffnerschlaufen.

Edles Clubsport-Cockpit

Fußboden, Armaturenbrett, Mitteltunnel, Mittelkonsole, Sonnenblenden, Türholme und Himmel sind mit Alcantara bezogen. Türtafeln und Sitze im GTstreet RS Design in einer Kombination aus Leder, Alcantara und Schurwolle und mit typischem GTstreet RS Nahtdesign.

Der Einsatz von Schurwolle ist eine Neuheit im Techart Programm für das Sportwagensegment. Das Naturmaterial ist extrem robust, pflegeleicht und schwer entflammbar. Vor allem aber sorgen die hochwertigen Stoffe für eine einzigartige haptische und optische Wirkung.

Wie alle Materialien werden auch die Interieurzierteile lackiert und mit jedem GTstreet RS Kunden auf das individuelle Farbkonzept abgestimmt. Dazu gehören zum Beispiel der Fahrmodusschalter am Lenkrad, die Luftdüsenrahmen und -versteller, der PDK-Wählhebel, die Schaltkulisse oder auch die Bedienelemente der Sitzverstellung.

Das Kombiinstrument, die Türeinstiegsleisten und die Sportpedalerie tragen den GTstreet RS Schriftzug. Echtheit und Exklusivität verbrieft die Plakette mit laufender Produktionsnummer in jedem der zehn GTstreet RS.

Teil des GTstreet RS ist außerdem eine Kollektion aus handgefertigten Accessoires. Jedes davon ist ein Einzelstück: der Rennhelm, die passende Helmtasche und die Bordmappe werde für jedes der zehn Fahrzeuge exklusiv in den gewählten Originalmaterialien und -farben angefertigt und tragen die laufende Nummer des Fahrzeugs.

Und was kostet der Spaß nun? So richtig festnageln will sich Techart nicht und beeilt sich zu betonen, dass jeder Techart GTstreet RS ein Unikat sei, bei dem „jeder Ausstattungsumfang, jedes Farbkonzept individuell gemeinsam mit dem Kunden ausgearbeitet“ wird. Genaue Preisangaben seien daher nicht möglich. Dennoch lässt sich das schwäbische Unternehmen zu einigen konkreten Preisangaben hinreißen, die als „Anhaltspunkt“ dienen sollen:

Techart GTstreet RS Aerodynamipaket: EUR 57.900,00

Techart Fahrwerkoptionen inkl. Techart Noselift: EUR 5.235,00

Techart Schmiederäder Formula IV Race: EUR 7.985,00

Techart Leistungssteigerung TA 091/T3.1: EUR 32.900,00

Techart Clubsport Interieur GTstreet RS EUR 39.500,00

– Selbstverständlich alles zuzüglich Umsatzsteuer, Montage und Lackierung…

Bildergalerie Techart-Porsche GTstreet RS

Technische Daten TECHART Powerkit TA 091/T3.1

für 911 Turbo S (991/2. Generation), mit 427 kW / 580 PS / 750 Nm

 

Leistungssteigerung + 140 kW / + 190 PS
Drehmomentzuwachs + 170 Nm
Gesamtleistung 567 kW (770 PS), max. 920 Nm
0 – 100 km/h (Sport Plus) 2,5 s
0 – 200 km/h (Sport Plus) 8,1 s
Höchstgeschwindigkeit
(im Rahmen der StVZO elektronisch begrenzt auf 340 km/h)
> 340 km/h

Bilder: Techart