„Track Secure“: Digitales Frühwarnsystem für Trackday-Fahrer

Die Trackday- und Sportfahrer-Szene ist um eine neue Anwendung reicher: Mit „Track Secure“ ist eine App verfügbar, mit der die Macher die Sicherheit auf den Rennstrecken erhöhen wollen. Nach ausgiebigen Tests in den letzten Monaten wurde die Beta-Version Track Secure so weit entwickelt, dass das digitale Flaggensystem für Rennstrecken seit Juli in den App-Stores (Google und Apple) erhältlich ist.

© 2020 TrackSecure GmbH

Bei Track Secure handelt es sich um ein digitales Frühwarnsystem, das Fahrern, Trackday-Organisatoren, Rennveranstaltern und Streckenbetreibern die wichtigsten Informationen über Vorkommnisse auf der Strecke zur Verfügung stellen soll. Alle Teilnehmer und Organisatoren von Trackdays und (Renn-)Veranstaltungen sollen so frühzeitig über Hindernisse und Gefahren gewarnt werden.

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Tests zusammen mit dem Deutschen Sportfahrer Kreis

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sportfahrer Kreis (DSK) wurde Track Secure auf dem Bilster Berg und auf der Nürburgring-Nordschleife getestet. Daniel Neubauer, Leiter der Geschäftsstelle des DSK und bei jedem „Hugo Emde Freien Fahren“ der europaweit größten Vereinigung von aktiven Fahrern dabei, zeigt sich überaus zufrieden: „Die App Track Secure ist einfach zu verwenden und eine sinnvolle Ergänzung zu der verantwortungsvollen Arbeit der Sportwarte. In Kombination können Gefahrenstellen noch besser signalisiert und Unfälle vermieden werden“. Nach den erfolgreichen Tests wurde Track Secure im Juli für eine breite Zielgruppe geöffnet. Innerhalb der Beta-Phase kann das System kostenfrei getestet werden.

Entwickelt wurde Track Secure vom IT-Experten Hardi Probst zusammen mit Jens Horvath. Hardi Probst ist seit über 20 Jahren erfolgreich als IT-Berater tätig. Ebenso ergänzt der Diplom Informatiker Jens Horvath mit seiner langjährigen Erfahrung im Mobile-Development und als Freelance Developer für BMW, Mini und Rolls Royce das Unternehmen und die fortwährende Entwicklung von Track Secure. Ebenfalls mit an Bord ist Sam Neumann, der für Marketing und Vertrieb verantwortlich zeichnet. Zusammen haben die drei die TrackSecure GmbH mit Sitz in München gegründet. Überflüssig zu erwähnen, dass die drei Geschäftsführer Motorsport- und insbesondere Nürburgring-affin sind.

Ziel bei der Entwicklung war es laut App-Anbieter, „ohne teure Hardware ein effektives und einfach zu installierendes High-Performance System zu bauen, welches sowohl auf modernen Rennstrecken als auch auf topografisch schwierigen Strecken wie der Nürburgring-Nordschleife oder bei Rallyes zuverlässig über Hindernisse auf der Strecke informiert.“

So funktioniert Track Secure

Für den Fahrer fungiert Track Secure als digitales Flaggensignal. Nähert er sich einer Gefahrenstelle auf der Strecke, erhält er das entsprechende Flaggensignal als gut wahrnehmbare optische und akustische Warnmeldung auf sein Smartphone, und das bereits bevor er die tatsächliche Flagge sehen kann. So kann er Geschwindigkeit bereits frühzeitig auf die kommende Situation anpassen und gegebenenfalls auch auf mögliche Betriebsmittel auf der Strecke schauen. Ebenso können Fahrer selbst Vorkommnisse melden. Dadurch können Folgeunfälle und die Gefährdung von Personen signifikant reduziert werden.

„Der Wunsch der Community für ein solches System bestand schon seit langer Zeit. Diesen Impuls griffen wir auf. Es war uns wichtig, dass wir Track Secure ohne weitere Hardwareanforderungen und große Installationen zugänglich machen, da ist das Smartphone die erste Wahl. Der Schutz aller beteiligten Personen hat im Motorsport immer höchste Priorität. Mit Track Secure gehen wir einen weiteren großen Schritt in diese Richtung.“

Optimierungspotenzial

In der Szene kommt die App erwartungsgemäß gut an, es gibt allerdings auch Kritikpunkte. Ein Trackday-Fahrer, der Track Secure beim DSK Hugo Emde Freien Fahren auf der Nürburgring-Nordschleife ausprobiert hat, berichtet etwa von ungenauen GPS-Standort-Angaben.

„Die App ist ziemlich cool“, so ein Sportfahrer, der seinen japanischen Sportwagen auch in der German Time Attack Masters einsetzt. „Das Problem ist nur, dass die App aktiv und im Vordergrund laufen muss. Das heißt also, wenn du einen Laptimer auf deinem Smartphone laufen hast, zum Beispiel Harry´s Laptimer, dann bekommst du die Meldungen von Track Secure nicht mit. Die App ist zwar im Hintergrund aktiv, muss aber im Vordergrund laufen, damit du gewarnt werden kannst.“

Ein erfahrener Trackday-Fahrer ergänzt: „Für diejenigen, die keinen Laptimer im Vordergrund haben oder es irgendwie über einen Splitscreen lösen können, ist der Ansatz nicht schlecht.“ Diese Problematik besteht nicht nur bei Laptimer-Apps, sondern auch allen anderen Apps, die im Vordergrund genutzt werden– etwa auch Michelin Track Connect.

Das Problem ist den Machern von Track Secure bewusst: „Tatsächlich gab es bei unseren Tests auf den Veranstaltungen des DSK häufiger Fragen zum Parallelbetrieb mit anderen Apps, z.B. Rundenzeitenmessern“, berichtet Sam Neumann. „Und offen gesagt, sind wir bei diesem Thema hin und her gerissen. Für uns steht die Sicherheit sprichwörtlich „im Vordergrund“ und gerade Veranstaltungen wie Touristenfahrten sind ja eigentlich auch nicht für die Erzielung von Bestzeiten gedacht. Auf der anderen Seite hat uns das Feedback aus den Tests gezeigt, dass es offensichtlich bei den Nutzern den Bedarf zum Parallelbetrieb gibt. Insofern ist es uns ein Anliegen hierfür eine gute Lösung zu finden.“

Einen in Track Secure integrierten Laptimer schließt Sam Neumann aktuell aus: „Unser Fokus liegt auf der Sicherheit.“