Saskia Madleen | Tracktool: BMW 135i – Das UNsafety Car

Saskia Madleen ist in der Nürburgring-Szene als „saskiamadleevonwolfsburg“ und als Fahrerin des UNsafety-Cars bekannt. Grund genug, mal mit ihr ein Interview über dies und das – vor allem aber über ihren BMW 135i – zu führen.

Die Fahrerin: Saskia Madleen

Name: Saskia Madleen Thiel
Alter: 29 Jahre
Wohnort: Goslar
Beruf: Qualitätsmanagerin
Webseite/Social Media: saskiamadleenvonwolfsburg (Instagram)

Saskia Madleen von Wolfsburg – Modelpage (Facebook)

Das Auto: BMW 135i, das UNsafety Car vom Nürburgring

Basis:

Fahrzeug und Baujahr: BMW 135i Coupé Bj. 2009
Motor: 3.0 Liter Sechszyliner Twinturbo (N54)
Im Besitz seit: November 2017

Optimierungen:

Motor: Stage 1

380 PS und 580 Nm

Fahrwerk: KW Competition 2-fach
Bremsen:

 

Sechskolben M-Performance optimiert mit ATE Pro Vision Bremsscheiben, Stahlflex, Bremsbelüftung und Pagid RS29 Bremsbelägen
Räder & Reifen: Motec Nitro 9×18 ET40

Dunlop Direzza 235/40/18

Karosserie: Serie (außer bearbeitete Radkästen)
Lenkrad: Serie mit Alcantara bezogen
Sitze und Gurte: Recaro Pole Position

4-Punkt Schrothgurte

Sicherheit/Käfig: M4 GTS Clubsportbügel (Sonderanfertigung von Stahlus Rennsportzellen)

Saskia Madleen im Interview

Saskia, du bist in der Ring-Szene bekannt für dein „UNsafety-Car“. Wie kam es eigentlich dazu, dein Auto so zu nennen?

Prinzipiell bin ich nicht der Freund davon ein Auto stärker wirken zu lassen, als es ist. Ich fand das klassische Safety Car Design echt cool, aber regulär findet dies nur Anklang bei den M-Modellen. Um das Design etwas zu verändern, da ich ja keinen M fahre, habe ich mich dazu entschieden aus einem Safety Car ein UNsafety Car zu machen, das diese Idee so cool wird, hab ich nicht vermutet.

Warum hast du dich für einen BMW 135i entschieden?

Mein Herz schlug 10 Jahre für die Marke Volkswagen, ich habe meinen Polo R WRC auch wirklich geliebt. In meinem Privatleben hat sich plötzlich vieles geändert, es gab sogar Leute, die mir das nicht zugetraut haben, von Front- auf Heckantrieb umzusteigen. Ich glaube, es war für mich wie eine kleine Challenge, weil ich das Gegenteil beweisen wollte. Zudem ist BMW von Haus aus schon deutlich hoher in seiner Performanceklasse und da es für ein 1M Coupé nicht gereicht hat (was mein Traum war), habe ich mich alternativ dazu entschieden, den 135i mit demselben Motor zu kaufen. Ich bereue absolut nichts. 🙂

Wo wurde das Auto aufgebaut oder hast du es selbst aufgebaut?

Ehrlich gesagt habe ich damals vor dem Trailer gestanden und mich gefragt, was ich da gerade tue. Ich hatte wirklich keine Ahnung, wie ich das Projekt starten soll, denn damals standen mir nur eine Hand voll Leute zur Seite. Ich habe ihn demnach nicht selbst aufgebaut, aber viel Unterstützung gehabt. Nach der Folierung bei Rakel X Folientechnik war der zweite Step der Bügel. Dafür habe ich das Auto zu Stahlus nach Saarwellingen gebracht. Den Anfang zum Tracktool machte damals HMS Tuning aus Malterdingen. Der 1er wurde nach dem Einbau der Sitze, Gurte und des Bügels zu Markus und seinem Team gebracht, welches die Auspuffanlage verbaute, Felgen und Reifen montierte und das Leistungssetup machte. Ich bin dann im April 2018 den HMS Trackday in L’Anneau du Rhin mitgefahren, was auch meine ersten Erfahrungen mit dem Wagen war. Ich habe ihn dann mit nach Hause genommen, einen großen Service gemacht und seitdem steht er auch nicht mehr bei mir zu Hause. Den größten Schritt habe ich der Firma Custom Racetec zu verdanken.

Dort wurde letztes Jahr im September nochmal ordentlich nachgelegt:

Es kommen seitdem Uniballlängslenkerlager vom M3 E92 und auf der Hinterachse Uniballspurstreben aus dem eigenentwickelten Produktregal von Custom Racetec zum Einsatz.

Ebenso wurde das damalige ST XTA durch ein KW Competition 2fach ersetzt, und die Sechskolbenbremsanlage mit anderen Bremsscheiben, Belägen, Belüftung von der Carbon Production GmbH und Stahlflex optimiert.

Der nächste Schritt wird eine straffe Diät sein: die Innenverkleidung muss weichen, die Batterie wird durch eine speziell für den Motorsport entwickelte Leichtbaubatterie von Liteblox ersetzt und auch stehen noch ein paar Verhandlungen im Background an, die ich allerdings erst Bekannt geben möchte, wenn es spruchreif ist. Alles in allem wäre ich ohne Carl und sein Team von CR komplett aufgeschmissen 😀


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Vor dem 135i bist du, glaube ich, einen VW Polo R WRC gefahren. War das dein erstes Tracktool oder bist du auch schon anderen Autos auf der Nordschleife gefahren?

Genau, den hatte ich fast 4 Jahre und es war ein wunderbares Auto. Allerdings war er mehr der Anfang eines Tracktools. Ich würde fast behaupten, dass der R nur zu 30% tracktauglich war. Ich habe mit ihm dennoch ein bisschen Erfahrung sammeln dürfen. Der 1er ist für mich mein erstes, reines Tracktool.

Fährst du eigentlich ausschließlich Nordschleife, oder fährst du auch auf anderen Rennstrecken?

Ich bin auf der Strecke in L’Anneau du Rhin gewesen, aber sonst ausschließlich Nordschleife. Auf der Agenda steht noch Bilster Berg und wenn es sich im finanziellen Rahmen hält, dann wäre Spa super interessant für mich. Ansonsten wird die Jahreskarte ordentlich zum Glühen gebracht.

Wie oft trifft man dich an der Nordschleife an?

Regulär jedes zweite Wochenende von April bis Oktober. Allerdings werde ich auch ab und zu drei Wochenenden kommen, da ich natürlich auch zur VLN und zum 24h-Rennen möchte.

Wie bist du zum aktiven Motorsport gekommen und wann war das?

Per Zufall. Ich war 2014 mit ein paar Jungs von Hannover Hardcore am Ring und hatte auch die Möglichkeit als Beifahrer Blut zu lecken. Seitdem bin ich „ringfiziert“. 😉

Erzähl‘ mal bitte so ein bisschen was zu deinem Antrieb, deiner Leidenschaft: Was bedeutet es dir, auf der Nordschschleife zu fahren?

Ich zitiere grob den Satz aus dem Bericht vom 1er in der aktuellen BMW Scene: „Die Nordschleife ist mein zweites Wohnzimmer. Ich liebe es, wenn Mensch und Maschine eine Einheit bilden“. Der Verzicht ist groß. Ich fliege zum Beispiel nicht in den Urlaub, ich gehe nicht großartig shoppen oder feiern, ich gönne mir generell nicht viel. Der Verzicht ist es mir aber allemal wert. Alleine dieser enorme Zusammenhalt in der Szene ist der Wahnsinn. Ich bin täglich neu geflasht, wenn ich daran zurückdenke, wie viele Leute mir in einer Zeit geholfen haben, wo ich nicht mal im Ansatz daran geglaubt habe, dass das Projekt glückt. 😉

Du bist ja schon so eine Art Social Media Star. 😉 Wie wichtig sind dir Instagram und Co.?

Lach… Star nicht unbedingt, aber ja. Das war wie ein Lauffeuer 😀 Ich muss dazu sagen, dass das nicht geplant war. Die Fotografie mache ich seit mittlerweile 10 Jahren, damals noch mit ein paar Kilo mehr auf den Hüften. Ich erwähne das, weil ich damit sagen will, dass es ein für mich erfüllendes Hobby ist. Wirklich angelaufen ist es durch diverse Hostessenjobs auf Messen, Rennen oder allgemeinen Tuningveranstaltungen. Ebenso habe ich ein Faible für ausgefallene Foliendesigns, was einen hohen Wiedererkennungswert verschafft. So kam es, dass meine Autos dem ein oder anderen ein Begriff waren. 😉  Social Media ist für mich das größte Marketing und daher promote ich gerne die Firmen und Personen, die mich und mein Auto so vorangebracht haben. Ich denke, das ist das Mindeste, was man in meiner Position tun kann. 🙂

Alle Bilder: Mit freundlicher Genehmigung von Saskia.