Elektrifizierung von Sportwagen: Das sind die Pläne der BMW M GmbH

Bei Mercedes-AMG spielt das Thema Elektrifizierung bereits eine sehr konkrete Rolle. Im Hypercar AMG One und im AMG GT Viertürer finden sich spätestens ab 2020 bereits Elektromotoren. Und „in absehbarer Zukunft wird es keinen Produktanlauf bei AMG mehr geben, der nicht elektrifiziert ist“, wie AMG-Geschäftsführer Tobias Moers jetzt erklärte. Bei der BMW M GmbH sieht das noch etwas anders aus.

Markus Flasch: Seit Oktober 2018 Vorsitzender der Geschäftsführung der BMW M GmbH

Im Interview mit der auto, motor und sport verriet der neue Geschäftsführer Markus Flasch im März, dass es seine Aufgabe sei, ein Elektrifizierungspaket zu schnüren „und den Zeitpunkt festzulegen, wann es das M-Logo verdient“. Es gehe nicht darum, „dogmatisch als Erste eine neue Technologie“ einzusetzen. Das Rennen hätten sie in München wohl auch verloren – nicht nur gegen Mercedes-AMG.

Rennstrecken-Tauglichkeit offenbar wichtiger als CO2-Ziele

Vielmehr gehe es Flasch darum, die Anforderungen der Kunden zu erfüllen, vor allem hinsichtlich Präzision und Rennstrecken-Tauglichkeit. „Hier müssen sich bestimmte Technologien erst noch bewähren“, so der Diplom-Ingenieur. „Mit einem 2,5 Tonnen schweren Auto über die Nordschleife zu fahren, macht meiner Meinung nach nicht soviel Spaß“.

Rennstrecken-Tauglichkeit wichtiger als CO2-Ziele.

Zwar schließt Markus Flasch nicht aus, dass es in den nächsten fünf Jahren einen elektrifizierten BMW M geben könnte. Er stellt aber klar: „Ein elektrifiziertes Modell wird erst dann die Nachfolge eine konventionellen antreten, wenn es auch ein entsprechendes Plus an Leistung und Fahrdynamik bietet“. Bedeutet also auch: Die BMW-Tochterfirma muss – anders als AMG – innerhalb des Konzerns (noch) keinen Beitrag zur Erreichung der CO2-Zielwerte der EU leisten.


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BMW M GmbH arbeitet bereits an Hybrid-Lösungen

Dennoch, so verrät Flasch, arbeite sein Unternehmen an verschiedenen Formen der Elektrifizierung, etwa an M-spezifischen Hybrid-Lösungen. Um die Kraftstoffverbräuche kurz- bis mittelfristig zu senken, dürfte Flasch zunehmend auf Vierzylinder-Verbrenner setzen. Ein Motorenkonzept, an dem – mit Blick auf die DTM und den ersten M3 E30 – „per se nichts einzuwenden“ sei.

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Eigenständiges M-Modell „muss nicht zwangsläufig ein Sportwagen sein“

Zukünftig sei auch ein eigenständiges M-Modell denkbar, wie Markus Flasch abschließend verrät. Ein kleiner Schock für BMW-M-Fans: Dass dies „zwangsläufig ein Sportwagen sein muss, ist nicht in Stein gemeißelt“. Man prüfe derzeit in alle Richtungen – es kämen auch andere, völlig neue Fahrzeugkonzepte in Frage.

Bilder: BMW