Zweiter Trackday der Saison: DSK Freies Fahren auf der Nürburgring-Nordschleife am 30. Juli 2019

Mein Plan in diesem Jahr ist, meine Nordschleifen-Skills zu verbessern. Das größte Problem ist dabei natürlich wie immer, Familie, Job, Budget und eben das Fahren unter einen Hut zu bringen. Aus Preis-Leistungssicht bieten sich da natürlich insbesondere Trackdays an. Ich plane in diesem Jahr deshalb mit insgesamt drei Trackdays am Ring. Nach meinem ersten Nordschleifen-Trackday des Jahres im April stand nun der zweite an.

Ich bin ja ein strukturierter Mensch. Das rede ich mir zumindest immer ein. Entsprechend stolz war ich, als ich Anfang des Jahres bereits zwei Trackdays beim DSK auf der Nürburgring-Nordschleife gebucht hatte – halbe Saison schon im Sack. Stark! Und das im Januar.

Anfang Juli allerdings musste ich mir eingestehen, dass dieses frühe Buchen auch Herausforderungen mit sich bringt. Nämlich dann, wenn mehr oder weniger Unvorhergesehenes passiert. Ein von langer Hand geplanter Familienurlaub im Wohnmobil etwa. 😉 Und einigermaßen kurzfristige Geschäftstermine, die man wahrnehmen muss. Zu allem Überfluss wurde der Trackdaysport-GT86 in lieb gewonnener Tradition mal wieder von einem (unverschuldeten) Parkrempler in Mitleidenschaft gezogen. Zum dritten Mal in drei Jahren übrigens. Und wie immer kurz vor einem anstehenden Trackday. That´s timing.


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Das alles sorgte dafür, dass ich, am 28. Juli aus dem Urlaub kommend, relativ viel Stress hatte. Das Wohnmobil musste gereinigt werden. Der Toyota GT86 musste auch noch einer Reinigung unterzogen und vorbereitet werden und das Hotel war auch noch nicht gebucht. Und weil ich einen Tag später einen auswärtigen Geschäftstermin hatte und das „Freie Fahren“ des DSK schon am 30. Juli stattfinden sollte, musste alles an diesem 28. Juli passieren. Haute aber alles einigermaßen hin.

In Wiesemscheid, keine fünf Kilometer vom Ring entfernt, fand ich im Gasthaus Weber eine günstige Bleibe. Nettes Personal, dezent eigerichtet, sauber. Ziemlich perfekt also. Leider fehlte mir die Zeit, das Restaurant zu testen, weil ich mal wieder recht spät anreiste und noch das ein oder andere wegarbeiten musste.


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Eine kurze Nacht später: Am Nürburgring schon morgens angenehme Temperaturen, die im Laufe des Tages auf weit über 20 Grad anstiegen. Dazu Sonne satt. Perfekte Bedingungen! An der Touristeneinfahrt schnappte ich mir DSK-, sowie Nummern-Aufkleber und Transponder und bereitete mich auf den ersten Stint vor, als ich bemerkte, dass ich etwas Wichtiges vergessen hatte. Und zwar das für Trackday-Fahrer wohl wichtigste Instrument überhaupt, meinen Druckluftprüfer.

Bei Retterath hatten sie zwar welche, aber nur für rund 150 Euro – für einen Ersatz zu teuer. Bei Isa Racing angerufen. Die hatten auch welche auf Lager. Aber 40 Minuten hin und 40 Minuten wieder zurück? Keine Option beim straffen Zeitplan des DSK. Denn gefahren wurde wieder in zwei Gruppen. Also Luftdruck rundum auf kalt 2,1 bar runter. Das müsste zumindest für den ersten Stint bei Temperaturen um 20 Grad passen.

Und wie das passte. Bereits in der vierten Runde fuhr ich die zügigste Runde des Tages. Besonders viel Spaß hatte ich dabei mit Steffen, der eine Runde lang vor mir her fuhr und in seinem 1996er BMW E36 323i ziemlich fix unterwegs war. Vor allem in Kurven war Steffen mit seinem Fahrwerk bestehend aus Bilstein Gruppe-N-Stoßdämpfern und KW-Federn (!) richtig schnell. Unsere gemeinsame Runde wurde erst im Bereich Pflanzgarten von einem Skoda-Fabia-RS-Fahrer gestoppt. Für die Hartgesottenen hier ein qualitativ unterirdisches, verwackeltes Video. 😉

Nach den ersten 40 Minuten Nordschleife hieß es Leute treffen und Autos gucken. Was mir besonders viel Spaß machte, ist, dass es mittlerweile ziemlich viele Trackday-Fahrer gibt, die treue Trackdaysport-Leser geworden sind und teilweise sogar mit entsprechenden Trackdaysport-Aufklebern unterwegs sind, danke dafür!

Nachdem es im zweiten Stint der ersten Gruppe einen kleinen nicht unerheblichen Zwischenfall mit sechs Autos gab, ging es mit etwas Verzögerung auch in unserer Gruppe weiter. Der Asphalt hatte sich mittlerweile ziemlich aufgewärmt. Aber mein Setup funktionierte hervorragend. Ich finde es immer wieder beeindruckend, was für einen Grip die Michelin Pilot Sport Cup 2 Pneus aufbauen. Einfach der Hammer.

An der Bremsbalance muss ich wahrscheinlich noch etwas arbeiten. Nachdem ich vorne auf Brembo XTRA Bremsscheiben (Seriendurchmesser) und günstige, aber fester zupackende Ferodo DS Performance Bremsbeläge vertraue, ist die Balance Richtung Front gewandert. Allzu heftig in die Kurven reinbremsen ist nicht mehr. Das merkt man vor allem natürlich beim Anbremsen der engen Aremberg-Rechts. Gerade hier, bei den hohen Geschwindigkeiten, die du vom Schwedenkreuz mitnimmst, musst du den GT86 sehr sauber gerade stellen, bevor du den Anker werfen kannst.

Später lernte ich noch die Fahrer der dieses Mal recht stark vertretenen GT86-Fraktion kennen. Insgesamt dürften sechs bis sieben Toyobarus da gewesen sein. Grüße gehen unter anderem an Samer, Thomas, Hauke, Fiona und Fred, die allesamt wirklich extrem zügig unterwegs waren! Leider erlitt Samers Scion im letzten Stint einen Motorschaden – von hier aus gute Besserung.

Weil ich mich mit den Toyota-Tretern etwas verquatschte, versäumte ich, noch etwas Sprit zu fassen, weshalb sich schon in der zweiten Runde meines letzten Stints die Reserveleuchte meldete. Etwas langsamer ließ ich die 13. Runde des Tages ausklingen und verabschiedete mich Richtung Heimat.