Porsche positioniert sich pro Verbrennungsmotor – Investition in E-Fuels

Sind Elektroautos der einzige Weg, um Mobilität umweltfreundlich und nachhaltig zu gestalten? Glaubt man den markigen Worten vieler Automobilhersteller, sogenannten Experten oder der Bundesregierung, muss dieser Eindruck beinahe zwangsläufig entstehen. Nachdem es eine lange Zeit ziemlich en vogue war, Abgesänge auf den Verbrennungsmotor anzustimmen und – wie etwa im Falle von Volkswagen – großspurig anzukündigen, nur noch Elektro-Motorsport betreiben zu wollen, hat sich jetzt Porsche positioniert: Pro Verbrennungsmotor und verbunden mit der Ankündigung, in E-Fuels investieren zu wollen.

Porsche-Etwicklungsvorstand Michael Steiner. Bild: Porsche

Dass e-Fuels im Motorsport und insbesondere im Breiten-Motorsport der Zukunft eine Rolle spielen können, zeigte vor knapp einem halben Jahr bereits eine Umfrage unter den Trackdaysport-Lesern. Schon im Jahr 2020 können sich 76,7 Prozent der Befragten vorstellen, synthetische Kraftstoffe oder E-Fuels bei Trackdays zu nutzen. Jetzt hat Porsche angekündigt, in diesem Bereich sprichwörtlich Gas geben zu wollen.

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„Wenn man die Bestandsflotte perspektivisch nachhaltig betreiben will, dann sind E-Fuels ein elementarer Bestandteil“, sagte Porsche-Entwicklungsvorstand Michael Steiner laut Automobil Industrie der Deutschen Presse-Agentur. Schließen werden Porsche-Fahrzeuge laut Steiner „sehr, sehr lange gefahren“.

Die Elektromobilität sei zwar eine „absolut begeisternde und überzeugende Technologie“, so Steiner. „Aber für sich allein genommen bringt sie uns in Richtung Nachhaltigkeit weniger schnell voran, als wir vorankommen wollen“, verrät der Ingenieur „Deshalb engagieren wir uns zusätzlich beim Thema E-Fuels – auch im Hinblick auf etwaige Einsatzmöglichkeiten im Motorsport.“

Die Herausforderungen, die mit den unter Zuhilfenahme von regenerativer Energie aus CO2 und Wasserstoff hergestellten synthetischen Kraftstoffen einher gehen, sind immens. So ist die Produktion von E-Fuels noch sehr teuer und auch der Wirkungsgrad lässt momentan noch zu wünschen übrig. Auch fehlen in den meisten Ländern regenerative Energiequellen, als auch die Kapazitäten, um E-Fuels für einen Massenmarkt zu produzieren.

E-Fuels massenkompatibel zu machen, ist das erklärte Ziel von Porsche. Steiner: „Wir haben ein Team, das nach geeigneten Partnern sucht, die mit uns Pilotanlagen bauen und den Nachweis führen wollen, dass die gesamte Prozesskette funktioniert und industrialisierbar ist“.

Auch Designer-Kraftstoffe, die mehr Leistung, bessere Verbrauchswerte und geringere Emissionen bringen, bringt Michael Steiner ins Spiel. Das spricht auch für den Einsatz im Sportwagen. Laut Steiner könne der Motorsport, wie wir ihn heute kennen, mit E-Fuels überleben.

Im Verbrennungsmotor sieht Porsche also – anders als einige andere – noch Potenzial. Mit Blick auf den Verbrenner, Hybrid- und BEV-Antrieb sagt Michael Steiner: „Wir sind überzeugt, dass diese drei Antriebstechnologien mittelfristig am Markt bestehen“.