Neuer Rundenrekord auf der Nürburgring-Nordschleife für Serienfahrzeuge

Die Chronik der Rundenrekorde auf der Nürburgring-Nordschleife ist um einen weiteren Eintrag reicher. Der Mercedes-AMG GT Black Series konnte jetzt einen neuen Rundenrekord aufstellen. Bei seiner Rekordfahrt konnte der Supersportwagen in die Spitzengruppe der Kategorie „Sportwagen“ mit Straßenzulassung fahren und ist bei den vollkommen serienmäßigen, nicht nachträglich modifizierten Modellen jetzt die Nummer eins.

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GT3-Pilot Maro Engel, erst vor ein paar Wochen im Qualifying zum 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring Polse-Setter, griff ins Volant des Supersportwagens. Seine offiziell gemessenen und notariell beglaubigten Zeiten: 6:43.616 min für die 20,6 Kilometer lange Strecke (Messung ohne der Geraden bei Streckenabschnitt T13) und 6:48.047 min für die 20,832 Kilometer lange Gesamtstrecke (Messung mit der Geraden bei Streckenabschnitt T13).

Nicht optimale Bedingungen auf der Nordschleife

Dabei waren die Bedingungen nicht optimal. Denn als der GT3-Profi am 4. November 2020 um 17.02 Uhr die Lichtschranke der Zeitmessanlage durchfuhr, lagen nicht nur 20,832 Kilometer Grüne Hölle bei dämmrigen Licht hinter ihm. Der GT3-Profi setzte die Bestzeit bei sieben Grad Celsius Außen- und zehn Grad Celsius Asphalttemperatur. Zudem waren einige Passagen der extrem anspruchsvollen Strecken noch nicht hundertprozentig abgetrocknet.

„Das war wirklich eine beeindruckende Fahrt“, so Maro Engel, nachdem er die Rekordrunde im Mercedes-AMG GT Black Series absolviert hatte. „Mit Geschwindigkeiten bis nahezu 270 km/h im Streckenbereich Kesselchen oder mit deutlich über 300 km/h auf der langen Geraden Döttinger Höhe ist der AMG GT Black Series deutlich schneller als mein GT3-Rennfahrzeug. Schlussendlich in 6:48,047 Minuten mit einem serienmäßigen Straßenfahrzeug um die Nordschleife zu fahren, bei diesen Streckenbedingungen, das ist echt der Hammer. Wie mein GT3‑Rennfahrzeug bietet auch der AMG GT Black Series sehr viele Einstell-Möglichkeiten, womit ich ein speziell für mich maßgeschneidertes Set Up erarbeiten konnte.“

Das Set-up

Der Rennfahrer nutzte alle Möglichkeiten, die der neue Mercedes-AMG GT Black Series serienmäßig bietet, vor allem die aufwendige Aerodynamik und die umfangreichen Einstellmöglichkeiten des Fahrwerks. So war der Frontsplitter aus Sicht-Carbon in Stellung „Race“ ausgezogen, das untere sowie obere Flügelblatt des Heckspoilers war jeweils in mittlerer Position justiert. Das einstellbare AMG Gewindefahrwerk mit adaptiver Verstelldämpfung wurde vorne um fünf und hinten um drei Millimeter abgesenkt, um den Venturi-Effekt des Frontdiffusors weiter zu verstärken.

Der Sturz war auf die maximal möglichen Werte von minus 3,8 Grad an der Vorderachse und minus 3,0 Grad hinten justiert. Bei den einstellbaren Querstabilisatoren entschied sich Renn-Profi Engel für die jeweils härteste der drei möglichen Einstellungen und die neunstufige AMG Traktionskontrolle regelte der 35-Jährige je nach Streckenabschnitt zwischen den Stellungen sechs und sieben ein.

All diese Variationsmöglichkeiten kann der AMG GT Black Series-Kunde ebenso nutzen. Das gilt auch für die vollkommen serienmäßige Bereifung Michelin Pilot Sport Cup 2 R MO mit der Mischung „soft compound“, die zusammen mit Entwicklungspartner Michelin speziell für den Top-Sportler der AMG GT-Baureihe entwickelt wurde. Für höchstmögliche Sicherheit sorgte nicht nur die serienmäßige AMG Keramik Hochleistungs-Verbundbremsanlage, sondern auch das werksseitig angebotene Track Package mit Überrollschutzsystem und Vierpunkt-Sicherheitsgurten.

Auch der Nürburgring gratuliert

Auch von Seiten des Nürburgrings gab es Glückwünsche zu dieser Leistung: „Mercedes-AMG entwickelt als langjähriger Partner seine Fahrzeuge auf der Nordschleife. Nun haben sie mit dem GT Black Series erneut unter Beweis gestellt, welche Performance sie auf den Asphalt bringen können. Eine starke Leistung“, erklärt Nürburgring Vertriebsleiter Michael Dürbaum.

Über Rekordfahrten auf der Nüburgring-Nordschleife

Mitte 2018 führte der Nürburgring ein neues Konzept ein, um Rekord-Fahrten auf der Nordschleife unter einheitlichen Rahmenbedingungen durchführbar zu machen. Seitdem finden Rekord-Versuche von Automobilherstellern unter notarieller Aufsicht statt und werden vom Nürburgring selbst offiziell bestätigt. Generell unterteilen sich die Fahrzeugkategorien für Rekordfahrten und offizielle Rundenzeiten des Nürburgrings nach verschiedenen Segmenten des Kraftfahrt-Bundesamtes sowie eigens definierten Sonderklassen. So gibt es zum Beispiel aktuell weitere Rekordhalter in der „Kompaktklasse“ (Renault Mégane R.S. Trophy-R / Zeit: 7:45.39), der „Mittelklasse“ (Jaguar XE SV Project 8 / 7:23.164), der „Oberklasse“ (Mercedes-AMG GT 63 S 4MATIC+ / 7:27.800), bei den „SUVs, Geländewagen, Vans, Pick-Ups“ (Audi RS Q8 / 7:42.253) sowie bei „modifizierten Fahrzeugen“ (Porsche GT2 RS MR / 6:44.749) oder „Prototypen“ (Porsche 919 Hybrid Evo / 5:19.546).

Über den Mercedes-AMG GT Black Series

Der Mercedes-AMG GT Black Series ist der Über-Sportler aus Affalterbach. Der überaus Track-taugliche Sportwagen kommt mit dem stärksten AMG V8-Serienmotor aller Zeiten, dem wohl spektakulärsten Design, das jemals die Hallen von Mercedes-AMG verlassen hat, der aufwendigsten Aerodynamik, dem intelligentesten Materialmix und der vermutlich ausgeprägtesten Fahrdynamik. Der neue Motor des GT Black Series basiert auf dem AMG 4,0-Liter-V8-Biturbomotor mit Trockensumpfschmierung, erhält aber aufgrund der zahlreichen Modifikationen den neuen internen Code M178 LS2. Er leistet 537 kW (730 PS) bei 6.700-6.900/min und stellt ein maximales Drehmoment von 800 Nm bei 2.000-6.000/min zur Verfügung.

Bilder: Mercedes-Benz