Alles über Rennstrecken-Coachings Teil 2

Im zweiten Teil des Specials „Alles über Rennstrecken-Coachings“ geht es um Personal Coachings, was Coachings überhaupt bringen und was sie kosten.

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Wie läuft ein Personal Coaching ab?

Daniel Schwerfeld

Aber nun mal die Karten auf den Tisch: Wie läuft so ein Personal Coaching ab? Ein guter Coach geht mit System vor“, erzählt Daniel. „Man unterscheidet grundsätzlich zwischen erfahrenen und unerfahrenen Fahrern. Hierbei machen wir keinen Unterschied zwischen einem Profi, der auf einer für ihn neuen Rennstrecke fährt, oder einem blutigen Anfänger“, erklärt der all4track AG Geschäftsführer. In einem Vorgespräch werden Ziele vordefiniert und Sicherheitsaspekte abgesprochen. Keine Fahrt beginnt ohne ein entsprechendes Vorgespräch.

„Ein Beispiel zu einem erfahrenen Fahrer: Als Coach weiss ich nicht im Vorfeld wie gut ein Fahrer ist, oder welche Defizite er hat. Er kann schließlich alles erzählen. Daher macht man zunächst eine Bestandsaufnahme und legt hierbei eine angepasste Geschwindigkeit fest. Das nimmt den Druck heraus und minimiert das Risiko für unsere Coaches. Ein erfahrener Coach und Rennfahrer erkennt nach wenigen Kurven, welche Defizite ein Fahrer hat und kann darauf unser geschultes Coaching Programm  aufbauen.“

Auch Markus verfolgt mit Gedlich Racing ein über die Jahre entwickeltes, klares System, das mehrere Schritte umfasst:

  • „Zunächst besprechen wir die Ziele mit dem Kunden. Nur wenn wir wissen, worauf wir gemeinsam zusteuern wollen, können wir zielgerichtet vorgehen. Danach legen wir gemeinsam – oft vor dem eigentlichen Coaching-Termin – die Vorgehensweise und das Programm fest. So weiß der Kunde bereits, was ihn erwartet und am Tag der Action geht es schneller und effizienter.“
  • „Während des Coachings wird vor jedem Fahrstint das Ziel definiert, die Kommunikation verabredet sowie besprochen, wo die Risiken liegen könnten und wie wir diese gemeinsam mindern oder vermeiden. Dabei gehen wir stets nach dem Prinzip „von grob nach fein“ vor, denn so macht man schnell große Fortschritte, ohne das Risiko zu erhöhen. Sicherheit ist uns sehr wichtig.“
  • „Dann geht es gemeinsam auf die Rennstrecke, der Coach sitzt die meiste Zeit daneben, gibt aber von Zeit zu Zeit auch Referenzrunden vor, um diese im Nachgang mit den Runden des Kunden vergleichen zu können.“
Markus Gedlich. Bild: Gedlich Racing

Ein fester Bestandteil bei Daniel und Markus ist die Daten- und Video-Analyse mit dem Datenanalyse-System „Race Navigator“. „Nach der Fahrt werden die Videos und Fahrdaten, die wir bei jeder Fahrt mit dem Race Navigator synchron aufzeichnen, miteinander verglichen und somit die Ziele für den nächsten Stint vereinbart“, berichtet Markus. „Das gesamte 1:1 Coaching läuft nach unserem sogenannten „1:1 Coaching Zirkel“ ab, welcher sich vom Grundsatz her immer wiederholt, aber stets mit neuen Inhalten und Zielen gefüllt wird.“

Was bringt ein einmaliges Coaching?

Mir stellt sich da die Frage, ob ein einmaliges Coaching etwas bringt oder ob man sich regelmäßig coachen lassen sollte. „Bereits ein Coaching bringt in jedem Fall schon etwas“, so Daniel. „Allerdings sollte man sich auch die Zeit nehmen und fleißig selber trainieren gehen.“ Warum, erklärt Markus: Einzelne Sessions oder ganze Tage allein zu fahren, sei wichtig, „um nicht zu sehr abhängig zu werden. 1:1 Coaching bringt ja vor allem den Effekt, dass man die wichtigen Aspekte so inhaliert, dass man sich hinterher selbst coachen oder zumindest alleine perfekt zurechtfinden kann – deshalb ist das Alleinefahren sinnvoll und sehr gut leistbar.“

Klar ist aber auch: Nur regelmäßige Rennstrecken-Tage bringen etwas. Daniel empfiehlt sogar, zwei Mal im Monat auf die Strecke zu gehen. „Anderenfalls ist die Entwicklung stockend“.

Wie erkennt man einen guten Coach?

Trackday-Fahrer Christian

„Ein guter Coach nimmt sich vor der Fahrt auf die Strecke Zeit, um dich kennen zu lernen, um mit dir zu besprechen, was deine Ziele sind. Jeder Kunde hat ja bestimmte Anforderungen und Ziele, die er erreichen will“, glaubt Christian, der Porsche-Fahrer.

„Ein guter Coach muss natürlich gut fahren können, klar. Sein Wissen und auch sein Charakter sind für mich wichtige Kriterien – und auch die Frage, wie ernst er seinen Job nimmt“, so Christian.

Markus Gedlich ergänzt: „Die Qualität ist der entscheidende Faktor, der uns von allen anderen abhebt. Wir können unser Angebot skalieren. Diese Skalierbarkeit hat für den Kunden den Vorteil, dass eine gleichbleibende Weitergabefähigkeit gewährleistet ist.“

Was kostet ein Rennstrecken-Coaching?

Mit professionellen Coaches zu arbeiten, die oftmals ehemalige oder aktive Rennfahrer sind, hat natürlich seinen Preis. Aber, kein Geheimnis, Motorsport ist eben immer teuer. Bei Gedlich Racing und Daniel Schwerfeld/all4track AG fangen die Preise bei etwas mehr als 700 Euro für einen halben Tag an. Beide Anbieter bieten auf den Fahrer zugeschnittene Pakete.

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