Vorschau: Neuer Porsche 718 Cayman GT4 RS (2020)

Porsche scheint tatsächlich ernst zu machen und testet seit ein paar Wochen den Prototyp eines Fahrzeuges auf der Nürburgring-Nordschleife, bei dem es sich um einen Porsche 718 Cayman GT4 RS handeln könnte. Die neugestaltete Haube, ein überdimensionierter und recht unkonventionell gearteter Heckflügel sowie die Einlässe in den Scheiben deuten hier auf einen möglichen GT4 RS als ein noch stärker Rennstrecken-orientiertes Modell hin.

Von Robert Krippgans


Andreas Preuninger, Leiter GT-Fahrzeuge bei Porsche, bestätigte gegenüber dem australischen Magazin whichcar.com.au, dass er Raum für eine RS-Version des Porsche 718 Cayman sieht: „Es gibt immer einen Platz, wenn man diesen Platz schafft. Wir haben derzeit eine Menge Ideen und das Gute daran ist, dass wir viel mehr Ideen haben, als wir tatsächlich herausbringen und umsetzen können. […]“

Das erst vor kurzem vorgestellte Modell GT4 dürfte also in Zukunft einen weiteren, noch mehr auf Racing und Rennsport getrimmten Ableger bekommen, den Porsche 718 Cayman GT4 RS. Da eigentlich schon der normale GT4 ordentlich auf Sportlichkeit getrimmt war, schien es recht unwahrscheinlich, dass die Zuffenhausener da noch eine Schippe draufpacken würden. Bis jetzt, denn kürzlich sind erste Fotos und Videos von Testfahrten eines bis dato noch nicht gesichteten Fahrzeuges auf der Nürburgring Nordschleife im Netz aufgetaucht. Sie zeigen eine noch brutalere Variante, die auf die brutalere RS-Version des Mittelmotorsportlers hindeutet.

Schaut man sich den Prototyp einmal genauer an, so fällt gleich auf, dass vorne dieselbe Frontschürze verbaut ist wie beim Normalo-GT4. Wenn der Blick dann etwas höher wandert, dann fällt auf, dass die Fronthaube stärkere Konturen hat und dass sich darauf zwei NACA-Lufteinlässe befinden. Die kennt man bereits von der aktuellen Ausgabe des 911 GT3 RS, wo sie zur besseren Kühlung der Bremsen beitragen.

Es gibt auf den Erlkönigbildern aber andere Lufteinlässe, die noch markanter sind: Die an den hinteren Seitenscheiben, die wohl weniger nur eine optische Raffinesse sein dürften, sondern eher dem Mittelmotor noch mehr Luft zuschanzen dürften. Das wohl auffälligste Merkmal des Prototypen ist aber am Heck zu finden: ein absolut ungewöhnlich gestalteter und ziemlich großer Heckflügel, der den Abtrieb des Fahrzeuges auf der Hinterachse wohl massiv erhöhen dürfte.


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Spekulieren darf man, was den Antrieb des RS-Modells angeht. Aber eigentlich bleibt mit Blick auf die kürzlich vorgestellten Motoren im Cayman GT4 und Boxster Spyder nur der 4,0-Liter-Sechszylinder übrig, der eigens für die beiden Low-Volume-Modelle entwickelt wurde. Nahe liegt nun, dass auch weitere Fahrzeuge in Planung sind, in denen das Triebwerk mit den derzeit 425 PS und 8.000 U/Min seine Power entfalten kann. Und vielleicht gibt es für den GT4 RS auch noch ein paar PS extra obendrauf.

Wann das Rennstreckenmodell letztendlich vorgestellt wird, ist noch nicht bekannt, aber da der normale GT4 erst seit kurzem auf dem Markt ist, könnte sich die Markteinführung für das Racing-Modell noch bis Mitte 2020 hinziehen.