Vorschau: Der neue Mercedes-AMG GT R Black Series 2020

Am Nürburgring wurde jetzt – erneut – ein Erlkönig erwischt, der durch ein ziemlich extremes Design auffällt: Der Prototyp des neuen Mercedes-AMG GT R Black Series. Der neue AMG könnte laut Insidern 2020 mit bis zu 700 PS und einem extravaganten Aerodynamik-Konzept auf die Jagd nach Porsche 911 GT2 RS und Co. gehen.

Von Robert Krippgans

Was nützt viel Motorpower, wenn sie dann nicht durch aerodynamischen Abtrieb auf die Straße gebracht werden kann? Gar nichts, und deshalb entscheidet man sich beim neuen Mercedes-AMG GT R Black Series offenbar für ein recht unkonventionelles Aerodynamik-Paket, was den Boliden in Richtung Asphalt drücken soll. Jetzt wurde ein entsprechender Erlkönig erneut am Nürburgring bei Tests auf der Nordschleife erwischt.

Was gleich auffällt, ist der neue Kühlergrill, der die komplette Fahrzeugfront dominiert und dem Grill des neuen GT3-Modells zum Verwechseln ähnlich sieht. Ebenfalls neu an der Front ist die abgeänderte Frontschürze, die mit diversen Winglets und Streben versehen ist. Hier sieht es so aus, als könnte der Black Series-Pilot die Aerodynamik individuell an seine eigenen Wünsche anpassen.

Ein derartig brachiales Aerodynamik-Konzept macht Sinn, wenn man sich anschaut, dass man sich in Affalterbach den Porsche 911 GT2 RS als Hauptgegner ausgesucht hat. Pure Leistung alleine wird hier nicht reichen, um dessen Nordschleifen-Rundenrekord von 6:47 Minuten zu brechen. Dazu soll auch das wohl dramatischste Feature am GT R Black Series beitragen: der massive Heckflügel. Er ist bis fast hinauf zur Dachlinie hochgezogen und wird zweifelsfrei brutal viel Abtrieb erzeugen. Abgerundet wird das Paket vom neuen Diffusor, der von vier runden Auspuffendrohren verziert wird, die den Standardauspuff des normalen GT R ersetzen.

Auch unter der mit Luftauslässen versehenen Motorhaube wird es wohl Neuerungen geben. Zum ersten Mal seit dem SL65 Black Series aus dem Jahr 2008 wird in einem Black-Series-Modell wieder ein turbo-aufgeladener Motor arbeiten. Hierbei wird es sich voraussichtlich um einen 4,0-Liter-Biturbo-V8 handeln. Auch wenn der den gleichen Block und die gleichen Zylinderköpfe nutzen soll wie der M178 V8, so soll es sich laut AMG-Chef Tobias Moers „nicht um einen typischen AMG V8“ handeln, wie er gegenüber dem australischen Magazin whichcar.com.au sagte. Das aktuell stärkste Triebwerk der Baureihe ist der 630 PS starke V8, der im 4-türigen Coupé AMG GT 63 arbeitet. Es darf jedoch davon ausgegangen werden, dass man am Ende in einer weiteren Ausbaustufe bei 680 bis 700 PS landen wird. Damit würde man dann auch leistungsmäßig in die Region des 690 PS starken Porsche 911 GT2 RS vordringen können.


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Einen Mercedes-EQ-Boost, also eine elektrische Verstärkung des Motors, die substanzielle Änderungen an der Mechanik sowie Veränderungen an der Elektronik voraussetzen würde, wird es jedenfalls nicht geben. Der Black Series wird demzufolge wohl eher kein Hybrid werden. Im Umkehrschluss müssen die zu erwartenden Leistungssteigerungen dann eben durch andere weitreichende mechanische Verbesserungen herbeigeführt werden. Sein Debüt dürfte das Rennstrecken-fokussierte Monstrum dann bis spätestens Mitte 2020 feiern.

Quellen:

https://www.youtube.com/user/AutomotiveMike/

https://www.evo.co.uk/mercedes/201615/mercedes-amg-gt-r-black-series-spied-with-gt3-inspired-front-end

https://www.whichcar.com.au/news/events/frankfurt-motor-show/mercedes-amg-gt-black-series-new-engine

https://www.auto.de/magazin/erlkoenig-mercedes-amg-gt-r-black-series/

https://www.motorsport-total.com/auto/news/amg-gt-black-series-2020-kriegt-untypischen-biturbo-v8-19092002

https://de.motor1.com/news/365064/mercedes-amg-gt-black-series-nuerburgring/