„sport auto“ Semislick-Test 2020: Michelin Pilot Sport Cup 2 vs. Bridgestone Potenza S007 RS vs. Giti GitiSport GTR3

Das Sportwagen- und Motorsport-Magazin „sport auto“ hat in seiner April-Ausgabe (4/2020) wieder einen großen Reifentest durchgeführt. Dabei kamen UHP- und UUHP-Reifen zum Einsatz, genauso wie drei Semislicks. Wir haben uns die Testergebnisse genau angesehen.

Getestet wurden Reifen in der Dimension 245/35 R19 auf einem Mercedes-AMG A 45 S, einem Kompaktsportwagen mit Allrad und 421 PS. Wir fokussieren uns auf die Testergebnisse der Semislicks Michelin Pilot Sport Cup 2, Bridgestone Potenza S007 RS und Giti GitiSport GTR3.

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So schlagen sich die Semislicks im Nassen

Bei Nässe sind die drei Vertreter der Semislick-Zunft den gewöhnlichen Straßenreifen erwartungsgemäß klar unterlegen. Insbesondere bei Bremsmanövern auf nasser Strecke und in Sachen Aquaplaning zeigen die Semislicks die schlechtesten Werte. Interessant: Bei der Seitenführung im Nassen bewegen sich der Michelin Pilot Sport Cup 2 und der Bridgestone Potenza S007 RS auf dem Niveau des UHP-Reifens Toyo Proxes Sport – was allerdings weniger den gigantischen Nässe-Fähigkeiten der Semis geschuldet ist, als vielmehr der schlechten Performance des japanischen UHP-Reifens, der von der „sport auto“ Redaktion insgesamt nur als „befriedigend“ bewertet wird.

Michelin Pilot Sport Cup 2 bleibt der Platzhirsch auf nasser Strecke

Bleiben wir zunächst im Nassen. Auf nasser Strecke ist und bleibt der Michelin Pilot Sport Cup 2 in der Semislick-Kategorie einfach der Platzhirsch. Auf dem bewässerten 1,832 Kilometer langen Handlingkurs ist der Cup 2 mehr als zwei Sekunden pro Runde schneller als der Bridgestone Potenza S007 RS und der Giti GitiSport GTR3.

Eigene Darstellung, Daten: „sport auto“ Ausgabe04/2020

Auch beim Bremsen zeigt der Franzose den besten Wert: Das Bremsmanöver von 100 km/h auf null hakt der Michelin Pilot Sport Cup 2 innerhalb von 34 Metern ab. Der Bridgestone benötigt 70 cm mehr. Der Giti hat mit 37 Metern einen drei Meter längeren Bremsweg im Nassen.

Eigene Darstellung, Daten: „sport auto“ Ausgabe04/2020

Auch im Trockenen führt kein Weg am Michelin vorbei

Aber für´s Nasse sind Semislicks weniger gemacht, also schnell ins Trockene! Auch hier setzt sich der Pilot Sport Cup 2 klar durch. Auf dem Handlingkurs geht es allerdings relativ knapp zu. Dem Bridgestone Potenza S007 RS fehlt auf dem 1,9 Kilometer kurzen Handlingkurs „nur“ eine halbe Sekunde auf den Michelin Pilot Sport Cup 2. Der Giti GitiSport GTR3 aus Singapur ist 0,68 Sekunden langsamer als der französische Pneu.

Eigene Darstellung, Daten: „sport auto“ Ausgabe04/2020

Auch beim Bremsen aus 100 km/h auf trockener Strecke ist der Franzose der klar bessere Reifen. Nach 32,7 Metern steht der Michelin-bereifte AMG. Beim Bridgestone sind es 34,3 Meter, beim Giti 35,9 Meter.

Eigene Darstellung, Daten: „sport auto“ Ausgabe04/2020

„sport auto“ Fazit

Dem Michelin Pilot Sport Cup 2 attestiert die „sport auto“ Redaktion „überragenden Grip und Präzision auf trockenen Strecken“. Außerdem wird dem Franzosen eine „sehr gute Rückmeldung“, „ein breiter Grenzbereich“ und eine „leichte Beherrschbarkeit“ bescheinigt. 10,0 Punkte, „sehr gut“

Im Vergleich zum Michelin zeigt der Bridgestone Potenza S007 RS laut „sport auto“ ein „etwas reduziertes Gripniveau“. Bei höheren Reifentemperaturen zeigt der Reifen demnach ein „sehr präzises Einlenkverhalten“ und „hohe Kurvengeschwindigkeiten“. 9,2 Punkte, „sehr gut“

Den günstigsten Semislick im Test bewertet das Fachmagazin mit „gut“. Laut „sport auto“ handelt es sich beim Giti GitiSport GTR3  um einen „direkten, aktiven und günstigen“ Semislick, der im Grenzbereich allerdings nur geringe Reserven haben soll. Damit dürfte sich der Reifen aus Fernost eher für erfahrene Trackday-Piloten eignen. 7,7 Punkte, „gut“