Neuer Rundenrekord auf der Nürburgring-Nordschleife: Audi RS3 jetzt schnellstes Kompaktmodell auf dem Ring

Audi hat mit dem RS3 laut eigenen Angaben einen neuen Rundenrekord auf der Nürburgring-Nordschleife aufgestellt. Rennfahrer und Audi-Sport-Entwicklungsfahrer Frank Stippler umrundete die Grüne Hölle in 7:40,748 Minuten. Damit ist der Audi RS3 das schnellste Kompaktmodell auf der Nürburgring-Nordschleife. Doch es bleibt ein fader Beigeschmack.

Audi RS 3 Lap Record Nürburgring Nordschleife

Maßgeblichen Einfluss habe der Torque Splitter des RS3 in Kombination mit dem neu entwickelten Fahrmodus RS Performance gehabt, der mit seiner eigenen Motor- und Getriebekennlinie speziell für die Rundstrecke abgestimmt ist. Der Torque Splitter verteilt die Antriebsmomente dabei vollvariabel zwischen den Hinterrädern – gesteuert über eine Lamellenkupplung an der jeweiligen Antriebswelle. Bei sportlicher Fahrweise erhöht er das Antriebsmoment auf das kurvenäußere Hinterrad mit der höheren Radlast. In Rechtskurven gelangt also mehr Moment auf das linke Hinterrad, in Linkskurven passiert dies genau umgekehrt.

„Für mich ist der Torque Splitter ein Quantensprung, was das agile Fahren angeht“, erklärt Frank Stippler. „Generell fährt sich der neue RS 3 von Kurvenmitte bis Kurvenausgang und beim Herausbeschleunigen viel dynamischer“. Das Audi-Sport-Team passte nach eigenen Angaben vor der Rekordrunde lediglich den Reifendruck der Semislicks Pirelli P Zero Trofeo R an die Streckenbedingungen an.

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Frank Stippler, racing and development driver Audi Sport.

Doch wer genau hinsieht, erkennt – im Gegensatz zu den Seriensitzen vermutlich deutlich leichtere – Recaro-Sitze und einen Käfig, der zur Gesamtsteifigkeit des Kompakten beigetragen haben dürfte. Dale Lomas von bridgetogantry.com will sogar eine fehlende Rückbank ausgemacht haben. Allesamt also Features, die die Performance signifikant erhöht haben dürften und die nicht optional erhältlich sind. Es bleibt also ein fader Beigeschmack.

Wie auch immer. Frank Stippler ist natürlich zufrieden. „Wir haben nicht unendlich viele Möglichkeiten einen solchen Rekordversuch zu proben“, sagte Stippler. „Am Tag, an dem es darauf ankommt, ist daher immer noch ein wenig Feintuning vonnöten – vor allem in puncto Reifenluftdruck, weil dieser auch die Arbeitsweise des Torque Splitters beeinflusst. Wir haben das erfolgreich gemeistert. Das war ein rundum gelungener Tag.“

Das Setup komplettieren die 19-Zoll-Keramikbremsanlage vorn und das RS Sportfahrwerk plus mit adaptiver Dämpferregelung. Es passt jeden Dämpfer einzeln und permanent an den Straßenzustand, die Fahrsituation und den in Audi drive select gewählten Modus an. Im RS Performance-Modus sind zwei Setups für unterschiedliche Rennstrecken hinterlegt – einerseits eine komfortable Abstimmung für unebene Strecken wie die Nordschleife, wo es drauf ankommt, große Vertikalanregungen zu minimieren bei gleichzeitig hoher Querdynamik, andererseits ein sportliches Setup für ebene Rennstrecken wie den Hockenheimring.

Bilder: Audi AG