Hommage an Kultfilm: Charles Leclerc brettert im neuen Ferrari SF90 Stradale durch Monaco

Ferrari hat jetzt einen Kurzfilm präsentiert, mit dem die beginnende Rückkehr zur Normalität in Monaco gefeiert werden soll. Allerdings haben die Damen und Herren aus Maranello insbesondere bei der jüngeren Zielgruppe für viele Fragezeichen gesorgt.

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In dem Clip knallt Ferrari-F1-Fahrer Charles Leclerc den brandneuen Ferrari SF90 Stradale über die Rennstrecke von Monaco. Leclerc, der auf den Straßen Monacos aufgewachsen ist, erreicht auf der Rennstrecke laut Ferrari Geschwindigkeiten von über 240 km/h. Als Beifahrer begleiten ihn zunächst S.D. Fürst Albert II. und anschließend eine mysteriöse Begleiterin.

Zum ersten Mal sieht man den allerersten Plug-In-Hybrid von Ferrari in Action. Bei vielen Ferrari-Fans sorgt der Kurzfilm jedoch mindestens für Stirnrunzeln, wenn nicht sogar Verärgerung. Bei Youtube hat das Video bei knapp 7.000 Likes bereits über 1.000 Dislikes eingesammelt. Damit dürfte der Clip Ferrari-intern einen neuen Like-Dislike-Negativrekord aufgestellt haben.

In den Comments macht die Ferraristi-Community ihrem Ärger Luft. In einem Kommentar, der mit über 800 Likes breite Zustimmung erhält, heißt es etwa: „The Plot… only Ferrari strategists can understand ist“. In einem weiteren Kommentar meint ein User: „This movie makes no sense“.

Was vermutlich den wenigsten Fans bewusst ist: Bei dem Video handelt es sich um eine Hommage an den Kurzfilm „C’était un rendez-vous“ aus dem Jahr 1976. In dem knapp neunminütigen Film fährt rast der französische Filmregisseur Claude Lelouche unter Missachtung aller Regeln durch das frühmorgendliche Paris. Lelouch legt darin die Strecke von der Porte Dauphine bis zur Sacré-Cœur de Montmartre auf dem Montmartre in weniger als acht Minuten zurück. In seinem weitgehend ungeschnittenen Film verwendete er einen Mercedes-Benz 450 SEL 6.9, dessen Sound später durch den kernigeren Motorsound des Ferrari 275 GTB ersetzt wurde.

Eben jener Lelouch zeichnete nun auch für den Ferrari-Film verantwortlich, den Ferrari dezent „Le Grand Rendez-Vous“ genannt hat. Klar ist: Weder der alte Film, noch die Neu-Interpretation des Themas machen wirklich Sinn. Wobei man dem Original – bei aller Verantwortungslosigkeit – immerhin aus künstlerischer Sicht den kompromisslosen Ansatz zugute halten kann.

Die neue Version aus dem Hause Ferrari ist – wie so viele Remakes – tatsächlich nicht viel mehr als ein lauer Aufguss einer mal komplett anderen, da radikalen Idee. Gemessen an den Massen komplett austauschbarer Online-Bewegtbild-Produktionen hebt sich „Le Grand Rendez-Vous“ jedoch trotzdem einigermaßen wohltuend ab.

Und einen großen Vorteil hatte die neue Produktion für den Fahrer: Während Lelouch damals wegen mehrfachen Verstoßes gegen die Höchstgeschwindigkeit und Rotlichtzeichen der Führerschein entzogen wurde, dürfte Charles Leclerc keine Konsequenzen befürchten. Die Strecke war für den Straßenverkehr selbstverständlich komplett abgesperrt. Wir schreiben schließlich das Jahr 2020.

Bilder: Ferrari